Aktuell

 

Koordinations- und Fachstelle gegen Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt seit Sommer 2017

UrbanPlus ist gemeinsam mit dem Türkischen Bund in Berlin-Brandenburg (TBB) Träger der Berliner Fachstelle gegen Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt, Fair mieten –Fair wohnen. Sie wird gefördert von der Berliner Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung, mit Mitteln der Landesstelle für Gleichstellung – gegen Diskriminierung (LADS). Ziel der Fachstelle ist es, die Vernetzung und Kooperation in diesem Handlungsfeld systematisch zu stärken und damit eine Kultur diskriminierungsfreier Vermietung in Berlin zu entwickeln. Sie sucht einen lebendigen Dialog mit Akteur*innen, die Politik entwickeln, Betroffene beraten oder Empowerment fördern und mit der Wohnungswirtschaft . UrbanPlus ist verantwortlich für den Arbeitsbereich „Strategie und Vernetzung“, der TBB leistet die Beratung und Begleitung von Diskriminierung am Wohnungsmarkt betroffener Menschen. Die Fachstelle wurde im Juli 2017 eröffnet. Lesen Sie mehr dazu unter www.fairmieten-fairwohnen.de

 

„Wohnraumversorgung und sozialräumliche Integration von Migrantinnen und Migranten – Belegungspolitiken institutioneller Wohnungsanbieter“

Durch die verstärkte Zuwanderung von Geflüchteten sind Wohnungsunternehmen und Kommunen bei der Wohnraumversorgung vor große Herausforderungen gestellt. Da der Wohnungsmarkt und seine Verteilungsmechanismen maßgeblichen Einfluss auf die räumliche Verteilung der Wohnbevölkerung und ihr Zusammenleben nehmen, haben sie eine Schlüsselrolle für das Ankommen in der Gesellschaft und das Gelingen sozialräumlicher Integration. Gleichzeitig verweisen zahlreiche Untersuchungen sowie Beratungsstellen darauf, dass ein Zuwanderungshintergrund die Wohnraumsuche erschwert.

Bis dato gibt es gibt kaum Studien, die analysieren, mit welchen Strategien Wohnungsunternehmen auf Zuwanderung und steigende Diversität reagieren. Das laufende Forschungsprojekt widmet sich dieser Forschungslücke. Es untersucht, wie Belegungspraktiken institutioneller Wohnungsunternehmen in unterschiedlichen städtischen Kontexten die Zugänge von Migrantinnen und Migranten zum Mietwohnungsmarkt strukturieren und damit sozialräumliche Segregation und Integration in Quartier und Nachbarschaft beeinflussen. Dabei wird nicht nur die unternehmenseigene Praxis betrachtet. In den Blick genommen wird auch, welches Wechselverhältnis mit den kommunalen wohnungs- und integrationspolitischen Strategien und quartiersbezogenen Governancestrukturen besteht und welche Wirkungen diese auf die Belegungspraxis der Wohnungsunternehmen entfalten. Ziel des Projekts ist es, die Herausforderungen des Belegungs- und Diversitätsmanagements institutioneller Wohnungsanbieter zu identifizieren und daraus Handlungsempfehlungen für die Weiterentwicklung einer diversitätsorientierten Wohnungspolitik abzuleiten.

Neben einer allgemeinen Dokumentation des institutionellen Wandels der Diversitätspolitik von Wohnungsunternehmen in Deutschland – sowie in den Nachbarländern Frankreich, Österreich und den Niederlanden – erfolgt eine tiefergehende Analyse der strategischen Ausrichtung und Belegungspraxis von Wohnungsunternehmen und deren (de-)segregierender Wirkung anhand von drei Stadtregionen. Mit Berlin, Düsseldorf und Hamburg wurden drei von Migration geprägte Großstädte als Fallstudien ausgewählt, die aufgrund ihres angespannten Wohnungsmarkts vor besonderen wohnungs- und integrationspolitischen Herausforderungen stehen und damit auch besonders „anfällig“ für Selektionspraktiken sind. Regionalspezifische Herausforderungen und gute Praxis werden mit Hilfe von Interviews mit Vertreterinnen und Vertretern von Wohnungsunternehmen sowie lokalen Expertinnen und Experten aus Wohnungswirtschaft, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft  genauer ergründet und im Rahmen einer Fokusgruppe rückgekoppelt und gemeinsam diskutiert.

Auftraggeber: vhw – Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung e.V.

Laufzeit: April 2018 – Juli 2019

Projektteam: ILS – Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung, Gesamtprojektleitung: Dr. Heike Hanhörster / UrbanPlus, Projektleitung: Dr. Christiane Droste